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Adoption von Minderjährigen und Volljährigen

Essen-Borbeck, Germaniaplatz: WIR von Max SchmitzDer Begriff der Adoption ansich dürfte nicht erläuterungs­bedürftig sein, zu Einzelheiten und Rechtsfolgen lesen Sie den Gesetzestext, §§ 1741-1766 BGB, bei volljährigen Kindern bis § 1772 BGB. Bei Wikipedia finden sie eine verständliche Zusammmenfassung der Adoption. Der notariell zu beurkundende Adoptionsvertrag schildert die Verhältnisse der Beteiligten zueinander und enthält den Antrag, die Adoption des Kindes gerichtlich auszusprechen sowie die erforderlichen Zustimmungen. Zahlreiche Anlagen sind beizufügen, dazu sogleich. Bei volljährigen Kindern kann zusätzlich beantragt werden, daß sich die Adoption nach Minderjährigenrecht richtet, also alle bisherigen Verwandtschaftsverhältnisse mit den dazugehörigen Rechten und Pflichten erlöschen.

Die Adoptions­vermittlungsstelle beim Jugendamt der Stadt Essen hilft Ihnen, auch mit dem Papierkrieg, wenn Sie kinderlos sind und ein noch zu findendes Kleinkind adoptieren wollen. Diese Seite wendet sich eher an Eheleute, bei denen ein Ehepartner das minderjährige oder volljährige Kind des anderen Ehepartners aus einer früheren Beziehung adoptieren will.

Die Beurkundung der Adoption eines Minderjährigen kostet die Mindestgebühr von 60,00 € zzgl. Schreibgebühren und Mehrwertsteuer, eventuell hinzu weitere 10,00 € für das Beglaubigen von Personenstands­urkunden. Für die Annahme eines Volljährigen ist Geschäftswert 30-50% vom Reinvermögen des/der Annehmenden, daraus eine 1,0-Gebühr.

Benötigte Unterlagen:

  • Heiratsurkunde (Lebenspartnerschafts­urkunde) des Annehmenden und seines Ehepartners / der Annehmenden (Standesamt),
  • Geburtsurkunden des Kindes und des/der Annehmenden (Standesamt),
  • Gesundheitszeugnisse für den Annehmenden und das Kind (Hausarzt genügt; jedenfalls bei der Adoption volljähriger Kinder schaden Gesundheits­beeinträchtigungen des Annehmenden nicht),
  • Meldebescheinigungen für alle Beteiligten mit Staatsangehörigkeits­nachweis,
  • Führungszeugnisse (Strafregister­auszüge) für den oder die Annehmenden und für volljährige Anzunehmende (beschafft die Adoptions­vermittlungsstelle beim Jugendamt, wenn beteiligt, sonst Bürgeramt),
  • Einwilligung des Kindes, des Ehegatten und etwaiger weiterer Kinder (deren Erbrecht geschmälert wird) des Annehmenden, bei verheirateten Kindern auch von dessen Ehegatten (idR. im Adoptionsvertrag enthalten),
  • Einwilligung der Eltern / eines Elternteils des Kindes oder Sterbe­urkunde, falls verstorben (nur bei Minderjährigen, notariell beurkundet, kann durch das Familiengericht ersetzt werden; bei Volljährigenadoption mit den Wirkungen der Minderjährigen­annahme prüft das Gericht, ob überwiegende Interessen der leiblichen Eltern entgegenstehen),
  • Nur bei nichtehelichen Kindern: Negativattest zu Sorgeerklärungen (Jugendamt).

Zum Gesundheitszeugnis: Der gewünschte Inhalt hängt etwas vom Geschmack des Richters ab, häufig genügt eine hausärztliche Bescheinigung darüber, daß sich der Betroffene länglich in seiner Behandlung befindet und Krankheiten nicht bekannt sind. Das Amtsgericht Essen will mehr, nämlich "Angaben über den physischen und psychischen Gesundheitszustand sowie zu den Fragen: Bestehen ansteckende Krankheiten oder Störungen, die ggf. zu frühem Siechtum oder schwerer Gebrechlichkeit oder nicht unerheblicher Minderung der Erziehungs- oder Erwerbsfähigkeit führen oder lebensverkürzend wirken?" Wahrscheinlich hat Ihr Arzt keinen passenden Vordruck, üben Sie sich in vorauseilendem Gehorsam und nehmen Sie dieses Attest mit.

Standesamt Essen: Hier zur Anforderung für benötigte Urkunden, auch online.

Ist der Annehmende Ausländer, erfolgt die Adoption zwar durch das deutsche Gericht, aber nach dem Recht seines Heimatstaates, das notfalls erst ergründet werden muß. Bei unterschiedlichen Staatsangehörigkeiten von Kind und Annehmendem ist eine Stellungnahme des Jugendamtes erforderlich.