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Thomas Grosse

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Filesharing: Ihre IP-Adresse

rj45... am Tag der Freveltat:

Ihnen wird vorgeworfen, an irgendeinem Monate zurück­liegenden Tag unter der IP-Adresse XYZ irgendetwas illegal herunter­geladen oder gar im Wege des Filesharings zum Download bereit­gestellt zu haben. Ihr Internet-Provider habe Sie auf einen diesbezüglichen Gerichts­beschluß hin benannt als Inhaber genau dieser IP-Adresse am Tattag. Das kann sein, aber manchmal sollen Übertragungsfehler vorkommen, wenn ich auch noch keinen erlebt habe.

Welche IP-Adresse hatte ich am Tag X?

Sie können versuchen, die Richtigkeit dieser Zuordnung zu überprüfen. Ganz unjuristisch.

Die IP-Adresse im Format von vier Blöcken aus Zahlen von 0-255, getrennt durch Punkte, die Ihrem Rechner eindeutig zugeordnet ist, erneuert sich üblicherweise jeden Tag auf Veranlassung Ihres Internet-Providers, der auf diese Weise einerseits unbenutzte IP-Adressen wieder freischaltet und andererseits verhindert, daß Sie Ihren Rechner als ständig gleich erreichbaren Downloadserver einsetzen (Zwangstrennung). Im vorauseilenden Gehorsam trennen die meisten Router von sich aus zu einer von Ihnen voreingestellten Zeit die Internetverbindung kurzzeitig, um dem zuvorzukommen.

Wenn Sie genau wissen, wo im Quelltext Ihrer E-Mail Ihre IP-Adresse steht, überspringen Sie diesen Abschnitt. Andernfalls üben wir ein wenig:

Hier ein Link zu einer Seite, die Ihnen mitteilt, welche Verbindungsdaten Ihr Rechner ungefragt an jede von Ihnen aufgerufene Webseite weiterleitet: wieistmeineip.de.

Welche IP-Adresse Ihr Rechner dagegen vor Monaten hatte, werden Sie nicht mehr wissen. Sie wird ähnlich anfangen wie die aktuelle Adresse; Providern sind in der Regel aufeinander­folgende Nummernblöcke zugeteilt. Mit etwas Glück können Sie diese dennoch ermitteln:

Gehen Sie in Ihrem Emailprogramm in den Ordner "gesendete Objekte", und sortieren nach Datum. Wenn Sie Glück haben, finden Sie mindestens zwei im Abstand von weniger als 24 Stunden versandte Emails, eine, die vor der Freveltat gesendet wurde und eine, die danach zum Versand kam. Jetzt zahlt sich reger Emailverkehr aus. Finden Sie keine zwei passenden Emails, lohnt es sich nicht, hier weiterzulesen. Es gibt unter bestimmten Voraussetzungen noch andere Möglichkeiten, Ihre historischen IP-Adressen festzustellen (z.B. protokolliertes login auf bestimmten Internetseiten), was allerdings subtile Internetkenntnisse voraussetzt. Wissen Sie keine andere Möglichkeit, haben sie vermutlich auch keine.

Schreiben Sie Ihre IP-Adresse in eine Email, die Sie an sich selbst senden, öffnen Sie die empfangene Email mit Ihrem Emailprogramm und speichern sie (Datei speichern unter ...). Die gespeicherte Datei öffnen Sie mit dem Editor (notepad). Jetzt suchen Sie darin Ihre eigene IP-Adresse. Nach der ersten Textzeile 'Return-Path' finden Sie mehrere Informationsblöcke, die mit 'Received' beginnen. In dem Letzten davon steht [in eckigen Klammern] Ihre IP-Adresse. Nur IP-Adressen stehen in eckigen Klammern, Sie können also auch mit Bearbeiten-Suchen nach '[' forschen, bis Sie bei der letzten Klammer sind. Sehen, aber nicht gescheit ausdrucken, können Sie diese Angaben auch bei geöffneter Email unter Datei-Eigenschaften-Details. Nun wissen Sie, wo genau Ihre IP-Adresse steht.

Jetzt brauchen Sie nochmals Glück: Die beiden Empfänger der Emails dürfen diese noch nicht gelöscht haben. Wenn doch, sind sie vielleicht noch bei deren Providern vorhanden, wenn nämlich die ohnehin sinnvolle Option gewählt ist "Kopie aller Nachrichten auf dem Server belassen" (Bei Outlook Express unter Extras-Konten-Eigenschaften-Erweitert). Jetzt bitten Sie die Empfänger der beiden Emails, Ihre dort enthaltenen Absender-IP-Adressen wie vorstehend beschrieben nachzusehen und Ihnen mitzuteilen. Eine der beiden muß Ihre IP-Adresse genau im Zeitpunkt der Freveltat gewesen sein. Ist das so, haben Sie wenigstens für sich selbst die Gewißheit, daß der Download über Ihren Internetanschluß erfolgt sein muß.

Sind beide Adressen abweichend, beweist das nicht viel, denn Sie könnten jederzeit (schon durch Ziehen seines Netzsteckers) eine Abmeldung Ihres Routers mit anschließender Neuanmeldung unter neuer Adresse erzwingen.

Man kann sich aber mit anderen Gründen wehren.